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Neben dem Klemmen mit Quetschhülsen oder das direkte Anknoten mit
knotbarem Stahlvorfachmaterial ist das „Twizzeln“ (Verdrehen) eine
beliebte Methode ein Stahlvorfach mit hoher Bruchsicherheit herzustellen.
Twizzeln lässt sich, außer Titanium, inzwischen nahezu jedes Stahlvorfachmaterial.
Bei der hier gezeigten Methode mit Zuhilfenahme einer Arterienklemme
sollte das Vorfachmaterial weich und nicht zu dick sein.
Bindetechnik: Es werden etwa 70cm Vorfachmaterial und
eine Arterienklemme benötigt.
Schritt 1:
Eine Schlaufe wird gebildet und durch die Öse des Wirbels gezogen. Das
kurze Ende, mit dem die Drehungen erzeugt werden, soll ca. 3-5cm lang sein.
Schritt 2 + 3:
Es wird eine einfache Schlaufenverbindung erzeugt, indem die Schlaufe
hinterm Wirbel gebracht wird und beide Enden straff gezogen werden. Mit dem
Finger muss noch ein wenig nachgeholfen werden damit die Verbindung so, wie
auf der Zeichnung in Schritt 3 aussieht. Hierfür wird das Schlaufenende in
Richtung Vorfach gebracht und mit Zug an den beiden Drahtenden straff
gezogen.
Schritt 4:
Eine Arterienklemme wird am Ende des Vorfachmaterials geklemmt.
Schritt 5:
Mit der linken Hand hält man nun das Vorfachende und mit der rechten Hand
den Schlaufenknoten an der Wirbelöse fest. Das Vorfach wird straff gezogen
und die Arterienklemme um den Hauptdraht geschleudert. Durch das schnelle
Wirbeln der Arterienklemme um den Hauptdraht wird eine eng liegende
Bindung erzeugt. Mit ein wenig Übung werden schon nach kurzer Zeit
hervorragende Ergebnisse erzielt. Die Arterienklemme fällt zum Schluss des
Vorgangs ab oder man stoppt kurz vor Schluss die Drehbewegung. Der
verbleibende Draht muss dann eng abgeschnitten werden.
Schritt 6:
Schritt 6 zeigt ein fertiges Stahlvorfach mit Wirbel und
Einhänger. Manche Angler sichern die Wickelung noch mit Sekundenkleber
oder ziehen, bevor der Einhänger angebracht wird, ein Stück
Silikonschlauch auf. Einige Hersteller empfehlen bei beschichtetem
Stahlvorfach das verschweißen des Mantels. Das Verschweißen des
Oberflächenmaterials darf nur sehr vorsichtig erfolgen. Zuviel Hitze setzt
die Tragfähigkeit herab.
Tipp (von Angelknotenpage-Besucher Stefan Hardt):
Zum Sichern der Windungen nehme ich einen UV-Lack vom Fliegenbinden (z.B.
Loon UV Clear Fly Finish) und überziehe die Wicklung mit einer dünnen
Schicht. Nach dem Aushärten mit der UV-Lampe ist alles sicher unter einer
elastischen Lackschicht fixiert und dennoch flexibel. Vorteil ist, dass
sich keine Windungen abwickeln können und man nirgends hängen bleibt. Der
UV-Lack dürfte den anderen Methoden unter Punkt 6 überlegen sein. Einziger
Nachteil ist der Preis für Lack und UV-Lampe.
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